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Ehrenmedaille des Freistaates für Jörg Stephan

09.02.2021

Der Bürgermeister der Gemeinde Großrückerswalde Jörg Stephan ist mit der Medaille „Sachsen – Land der Friedlichen Revolution“ ausgezeichnet worden.

Er sei überrascht gewesen, als er die Medaille samt Brief von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in den Händen hielt. Per Post sei beides am Wochenende in Großrückerswalde eingetroffen. Die Medaille „Sachsen – Land der Friedlichen Revolution in Sachsen“ ist eine  Neuschöpfung des Freistaates. Anlässlich der 30. Wiederkehr der Wendegeschehnisse werden damit Personen geehrt, „die sich mit herausragendem Einsatz große Verdienste erworben haben“. So steht es im Brief des Sächsischen Staatsoberhauptes. Die Medaille besteht aus Meißner Porzellan und „will eine bleibende Erinnerung an die Ereignisse vor 30 Jahren“ sein“. So steht es weite in dem Schreiben. Jörg Stephan fühlt sich sehr geehrt und freut sich über diese Form der Anerkennung seiner Leistungen. Über 30 Jahre ist er nun schon Bürgermeister in Großrückerswalde. Sachsenweit gibt es nur noch wenige, die so lange im Amt sind. Nächstes Jahr im September ist für ihn Feierabend. Er ist dann über 65 Jahre alt und darf nicht noch einmal für das Amt kandidieren. Auf die vergangenen Jahre blickt er mit Zufriedenheit zurück.  „Wir haben sehr viel erreicht“, ist er sich sicher. Mehr als 130 Millionen Euro sind in Großrückerswalde und seinen Ortsteilen seit der Wende investiert worden. Der Ort ist schuldenfrei. Die Infrastruktur bezeichnet Jörg Stephan als „sehr gut aufgestellt“. Auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte er sich nicht. „Ich gebe auch auf der Zielgeraden Gas“ versicherte er. Dass die Pandemie dabei ein Hemmschuh ist, ließe sich leider nicht ändern. Kommen alle Fördermittel? Und wenn ja, wann? Das sei derzeit schon problematisch. Zweifellos hatte er sich das Ende seiner Amtszeit anders vorgestellt. Trotzdem bleibt Jörg Stephan Berufsoptimist. Die Wendezeit selbst war für den damals für ihn wie für viele andere auch die bewegendste überhaupt. „Ich habe damals gehofft, dass alles friedlich abläuft. Eine Garantie dafür gab es 1989 jedoch nicht“, so der Großrückerswalder. Als er gefragt wurde, ob er bereit für das Amt des Bürgermeisters sei, habe er nach einem kurzen Gespräch mit seiner Frau Andrea zugesagt. In den Nachwendejahren ließ sich vieles unkomplizierter und vor allem unbürokratischer machen als heute. „Früher haben wir ein halbes Blatt Papier gebraucht um eine Straße zu bauen. Heute brauchen wir einen ganzen Ordner für 100 Meter“, bringt er das auf den Punkt. Seine Entscheidung für das Amt hat er bis heute nie bereut. „Ich würde das genauso wieder machen“, versicherte er. Alleine habe er jedoch nichts bewirkt. Immer wusste und weiß er eine starke Mannschaft hinter sich, auf die er sich verlassen kann. „Ohne dem geht gar nichts“, so das Gemeindeoberhaupt. Besonders in Erinnerung bleiben wird ihm der Kampf um den Erhalt der Oberschule. Die sollte eigentlich dem Schulsterben im ländlichen Raum zum Opfer fallen. Die Umwandlung in eine Schule in privater Trägerschaft sicherte ihr Überleben. Falsche Entscheidungen fallen ihm spontan keine ein. „Wir haben alles immer wohlbedacht entschieden. Ob sich alles auch mit Rückblick aus der Zukunft als richtig erweist, ließe momentan noch nicht vorhersehen, meint er. Von seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin wünscht er sich, dass er oder sie fortführt, was erfolgreich begonnen wurde und im Fluss ist. Zweifellos werden sie einer anderen Generation angehören. Sie dürften auch nicht so ins kalte Wasser geworfen werden, wie das auf die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Wendezeit zutraf. Probleme lösen und Kämpfe austragen wird aber weiterhin zum Alltag des nächsten Bürgermeisters oder der nächsten Bürgermeisterin der Gemeinde Großrückerswalde gehören.